Milo Barus - seine Lebensabschnitte

Und noch immer ranken sich Legenden um den wohl bekanntesten Kraftakrobaten der deutsch - tschechischen Geschichte.

Hier ein Teil seines bewegten Lebens

Milo Barus, mit bürgerlichen Namen Emil Bahr.
Er wurde am 27. Februar 1906 in Alt-Rothwasser im heutigen Tschechien geboren.
Drittgeborener Sohn des Fabrikhilfsarbeiters und späteren Staatsbahnangestellten Ferdi Bahr und dessen Ehefrau Berta.
Kurz nach seiner Geburt siedelten seine Eltern, mit ihm und seinen Geschwistern nach Weidenau um.



Im Rothwassertal gab es viele Wassermühlen und so erlernte Emil nach dem Besuch der Schule mit vierzehn Jahren im Jahr 1920 in einer der Wassermühlen des Rothwassertales den Beruf des Müllers und legte seine Gesellenprüfung im damaligen Freiwaldau ab. (seit 1947 Jesenik).


Als Kind in Weidenau war er eher kränklich gewesen.
Bereits als 14-jähriger Müllerlehrling wechselte er vier bis 5 Zentner (1 Zentner = 50 kg) schwere Mühlwalzensteine alleine aus. Für diese Arbeit benötigte der Müller in der Regel zwei kräftige Burschen.


In der Ringerabteilung des Arbeiter- Turn- und Sportvereins Weidenau eignete er sich die ersten Techniken an.
Als 18-jähriger trat Emil Bahr erstmals in der Öffentlichkeit auf und erreichte im klassischen olympischen Dreikampf 280 kg. Ein anwesender englischer Manager, namens Robinson, holte ihn daraufhin in den Profisport. Schon bald erbrachte er weit höhere Leistungen und wechselte die Sportarten, u.a. versuchte er sich mit Erfolg beim Ringen.


Doch seine eigendliche Artistenstunde schlug in in Tirol. Dort war Emil als Müllerbursche auf Wanderschaft, und hatte sich bei der einheimischen Burschenschaft gebürtigen Respekt verschafft, als den Ortsstärksten zweimal beim Fingerhakeln bezwang. Als dann in dem kleinen Ort Kundel ein Zirkus seine Zelte aufschlug, nahm er das Angebot des Zirkusdirektors an und kämpfte mit dem zirkuseigenen Herkules und gewann.

Während seines Miltärdienstes in Den Hag gründete er seinen eigenen Zirkus.

Ab 1928 nach Ableistung seines Militärdienstes leitete eine Profi-Ringertruppe, machte sich selbstständig und wurde mit seiner selbst einstudierten Nummern verschiedener Kraftakte berühmt.
Immer spektakulärer wurden seine Auftritte, die ihn in die verschiedensten Länder der Erde führte.

Er trug Pferde, stemmte Elefanten, rang Stiere zu Boden, zerriss komplette Telefonbücher, zog Autos (sogar einen vollbesetzten Bus) mit den Zähnen, hob Straßenbahnen aus den Schienen, nach einer Wette hinderte 1935 zwei entgegengesetzt startende Doppeldecker Flugzeuge am starten und später als Gastwirt im Thüringer Holzland war seine Biertrommel aus massivem Stahl Gaudi für Einheimische und Fremde Gäste.

Während dieser Zeit soll auch sein Künstlername entstanden sein. Ein Luxemburger klopfte Emil nach einem seiner Auftritte auf die Schulter und meinte, er bräuchte unbedingt einen Künstlernamen - so wurde „Milo Barus“ geboren.

Den Titel „Stärkster Mann der Welt“ errang er erstmals bei einem internationalen Wettkampf am 17.März 1930 in Paris und erkämpfte sich den „Goldenen Lorbeer“. Im Cirque Medrano/Paris war er der beste von 42 Athleten aus 16 Ländern und wurde zum „Stärksten Mann der Welt und Weltmeister im Lastentragen“ gekürt. Erfolgreich verteidigte er diesen Titel fünf weitere Male,
so 1931 in London,
1932 in Kalkutta,
1934 in Kairo,
1935 in Buenos Aires und
1936 in New York.


Auf seinen zahlreichen Reisen lernte er viele Persönlichkeiten der Zeitgeschichte kennen, so unter anderen auch 1931 die Königin von England und 1932 in Kalkutta hatte er z. B. ein persönliches Gespräch mit Mahatma Gandhi., welcher ihm persönlich für seine Sieg gratulierte.

Wurde 1936 von der Gestapo verhaftet, und
1937 wurde er wegen Landesverrates angeklagt und verurteilt.
Bis zum Jahr 1941 war er im Zuchthaus Berlin-Moabit inhaftiert. Dort traf Emil Bahr auch auf Ernst Thälmann, den Führer der deutschen Kommunisten.

Nachdem Milo Barus in seiner Tätigkeit als Polizist selbst mit bei der Vertreibung wirken musste, erlitt er das
gleiche Schicksal wie die anderen Sudenten-Deutschen und er wurde 1945 vertrieben. Er kam zunächst nach
Bayern, wo ihn seiner jüngere Vergangenheit als Polizist wieder einholte. Man zeigte ihn an und es sollte
eine Strafverfahren folgen. Dem kam er 1952 zuvor und zog nach Sondershausen in Thüringen.
1953 wurde der Wohnort nach Stadtroda gewechselt, wo Familie Bahr die Gaststätte "Klosterbräu-Stübl",
unter den Stadtrodaeren als "Blauer Laden" bekannt, betrieb.
1956 kaufte Familie Bahr die Gaststätte "Meuschekensmühle" bei Weißenborn und zogen erneut um.


1963 beendete Milo Barus aufgrund eines Herzinfarktes seine aktive Laufbahn. Trotzdem gab er noch bis zu seinem
70 Geburtstag Proben seines Könnens ab. Besonders bei Kindern in den zahlreichen Ferienlagern des Mühltales
trat er regelmäßig auf. Er stemmte nun keine Pferde mehr, sondern Ponnys. Die Kinder waren trotzdem begeistert
und viele schwärmen noch heute von Milo Barus.
1956 hatte er mit seiner Frau die Meuschkensmühle gekauft und bewirtschaftete diese seit dem als Gastwirt neben seinen
Auftritten zusammen mit seiner Frau Martha.
Nach Beendigung der aktiven Bühnenlaufbahn widmete er sich mehr der Gaststätte und seinen zahlreichen Tieren.


Gegenüber der Meuschkensmühle im Thüringer Holzland erfüllte er sich seinen Lebenstraum und baute ein Haus in das malerische Mühltal, dass ihn an seine alte Heimat erinnerte und dieser so ähnlich war.


Nach seinem 70. Geburtstag pakte ihn nochmals die den Artisten angebohrende "Wanderslust". Trotz häftiger Proteste seiner Ehefrau erfolgte
nach Antragstellung im Februar und sofortiger Genehmigung im September 1976 die Übersiedlung nach Bayern. Sein Wohnhaus hatte er zuvor
an das Stahlwerk Silbitz verkauft, die es zum Ferienhaus umbauten. Ausschlaggebend für seinen Entschluss waren möglicherweise u.a. "Reibereien" mit der
"Obrigkeit", da er durch diese nicht mehr so angesehen war wie früher. Auf Grund seiner Beziehungen konnte er das gesamte Vermögen, einschließlich
Bargeld mit nach Bayern nehmen.


Am 01. Oktober 1977 verstarb er im Krankenhaus von Altötting/Oberbayern, nachdem er schon längere Zeit Herzprobleme hatte. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof in Mühldorf am Inn.


Im ehemaligen Wohnhaus von Milo Barus, dem heutigen Waldgasthof " Milos Waldhaus", sowie im Mühltalmuseum des thüringischen Holzlandes der Naupoldsmühle und im brandenburgischen Artistenmuseum Klosterfelde (Artistenmuseum.de) kann man Zeitdokumente seiner legendären Kraftakte bestaunen.


Unter der Regie von Henning Stegmüller und Günter Lamprecht in der Hauptrolle als Milo Barus, wurde 1983 der Spielfilm "Milo Barus, der stärkste Mann der Welt", über das Leben von Milo Barus gedreht.



Seit dem Jahr 2000 wird durch den SV Eisenberg und die Gaststätte "Milos Waldhaus" jährlich am 3. Oktober der Milo-Barus-Cup durchgeführt.
Mit dieser Veranstaltung, bei der sich inzwischen mit internationaler Beteiligung, Kraftsportler im Wettkampf messen, wird das Ansehen
von Milo Barus in Ehren gehalten. Die Organisatoren haben auch das Grabmal der Familie Bahr inwischen in das Mühltal geholt und
hält das Ansehen von Milo Barus - dem einst stärksten Mann der Welt - wach.



Milo Barus Kurzgeschichten Fotogallerie Termin-Info Partnerseiten Weiter Athleten
Startseite Milo Barus Milo Barus - seine Lebensabschnitte

Milo Barus


Milo Barus - seine Lebensabschnitte Milo Barus - Seine enormen Kraftleistungen Milo Barus - Kraftakte in seiner Laufbahn

Gästebuch Kontakt Impressum